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ZVT Rust-Ringsheim

Wasserpark ZVT Rust-Ringsheim

In der BZ war im Juli 2014 zu lesen: „Ein guter Anfang!“
Das war es in der Tat, dieses angepeilte Großprojekt in die Öffentlichkeit zu holen
und damit in den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern zu treten.
Nach 2 Informationsveranstaltungen, die als Dialog beschrieben wurden, folgte eine öffentliche Veranstaltung zum Thema Ökologie und Naturschutz im Bereich des ZVT.
 
Um es gleich vorweg zu nehmen, der Input von Naturschutzverbänden, die man ja hier an vorderster Front wähnt (es geht immerhin um viele Hektar Fläche, die landwirtschaftlich oder als Wiesengelände genutzt werden), war gleich Null, obwohl diese explizit eingeladen waren sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Dass von dieser Seite keinerlei Reaktion kam, wirft Fragen auf, werden doch ständig Versiegelung und Bebauung kritisiert und mit Presseberichten untermauert, hier scheint man sich nicht mit der Thematik befassen zu wollen oder zu können.
 
Nun aber zur Veranstaltung. Wenn schon die Verbände fernblieben, die Bürgerinnen und Bürger, hauptsächlich aus Rust, taten dies indes nicht.
Für viele doch überraschend, kamen, lt. Pressebericht vom 16.1.2015, rund 200 Zuhörer zum Thema Ökologie in die Rheingießenhalle, um sich über den Planungsstand zu informieren.
Der Tenor sei, hier ein Satz aus der Pressemitteilung, dass in allen Problembereichen bei der Umsetzung der Wasserparkpläne die Fachleute  auch Lösungen sehen.
Dies wird aber nicht der Fall sein und auch die Aussage, dass das Landschaftsbild durch die Bebauung eher aufgewertet wird liegt im Auge des Betrachters.
 
Aber nun zur Veranstaltung zum Thema Ökologie.
Hier einiges Stichworte, die in der Presse bereits erwähnt wurde:
Umwelt, Artenschutz (hier speziell Fledermäuse)
Aber es gilt weit aus mehr Themenfelder die sehr wichtig sind bei einer solch massiven Bebauung, die z.B. wären:
Umwelt und Naturschutz, Lärm, Licht, Schutz der Menschen vor Lärm und Licht, etc….
 
Vorweg:
Bereits beim Bau der neuen Zufahrtsstrasse zum Europapark wurden bzgl. eines Korridors für die Tiere große Fehler gemacht, diese gilt es nun zu korrigieren. Das Landratsamt muss sich aktiv mit dem Thema befassen.
In der Veranstaltung haben Vertreter der Jägerschaft bezweifelt, dass ein Korridor mit Unterführung von zehn Metern Breite ausreiche. Zudem müsste es getrennte Korridore für Tier und Mensch (Fußgänger/Radfahrer) geben. (klar, denn wo gibt es denn so was – das wäre u.U. für beide Seiten prekär!? )
Die Experten, so die Aussage, stützen sich auf die gesetzlichen Vorgaben. Dies stimmt wohl so, die Frage darf an dieser Stelle aber erlaubt sein, ob das ausreichend ist. Es gibt andere Bereiche, wo die gesetzlichen Vorgaben flexibler ausgelegt werden, wenn es denn den Interessen dient.
Auch die Aussage von Herrn Babik, Freiburger Planungsgruppe Landschaft und Umwelt, dass die Bebauung auf das Ruster Kleinklima (Winde, Luftqualität) keine negative Auswirkung hat, ist gelinde gesagt nicht nachvollziehbar. Wo doch Berichte existieren ( sicherlich anderswo in Deutschland ), die etwas völlig anderes sagen, wenn z.B. dass hohe Gebäude die Windzirkulationen verändern oder wenn riesige ebenerdige Parkplatzflächen geschaffen werden, deren Blechbestand sich im Sommer auf über 60°C, aufheizen und sich das Kleinklima sehr wohl verändert…..aber wie gesagt, nicht in Rust! Hier einen Fachmann für Klima einzuschalten wäre der richtige Weg, um die Klimasituation des gesamten Ortes einmal grundsätzlich zu beleuchten.
Ebenso ist folgende Aussage von Herrn Laufer zum Artenschutz und Schutzräume für Vögel sehr interessant, wie in der Presse zitiert wurde:
"Vögel sind aber lernfähig und suchen sich alternative Lebensräume."
Diese Lernfähigkeit wollen wir einfach so stehen lassen.
Dass auf der Fläche für andere von Bebauung und Betrieb des Wasserparks betroffene Arten im Untersuchungsraum (Amphibien, Insekten, Rehwild, Schwarzwild oder Fuchs) kein strenger Artenschutz gilt ist zwar gesetzeskonform aber traurig.
Gut hingegen ist das Zitat, dass in sensiblen Bereichen eine Störung durch Licht und Lärm vermieden werden soll.
Hier möchten wir folgende Formulierung von Herrn Kreft aus dem Zeitungsbericht einfügen:
Zitat:….ebenso will der Park durch Betrieb und durch Veranstaltung zusätzliche extreme Lärmbelastungen vermeiden. Allerdings so Herr Kreft, sei festzustellen, dass es durch den Verkehr bereits eine Vorbelastung gebe.
Hier unsere Frage: Was soll diese Feststellung aussagen???
Eines ist indes klar: Lärm macht krank und ist kann tödlich sein, wie die WHO in Studien unwiderruflich belegt hat und zwar nicht nur Lärm mit hoher Lautstärke sondern Permanentlärm und dazu zählt der Verkehr und sonstige wiederkehrende Lärmpeaks. Es ist klar, dass diese Aussage von einigen „sgn. Fachleuten“ ins „Lächerliche“ gezogen wird, aber nichtsdestotrotz ist diese Tatsache erwiesen und zwar wie gesagt von der WHO. Hierauf muss reagiert werden.
Und in Rust wird nicht nur die Tierwelt, sondern auch wir Menschen durch weitere Erweiterungen zusätzlichem Lärm ausgesetzt. Die Bewohner der Austraße, Fischer,- und Hausenerstraße und angrenzenden Bereichen müssen seit Jahren immer mehr unter den Lärmemissionen des Europaparks leiden.
Ein weiteres Thema in diesem Kontext ist das Thema Lichtverschmutzung.
Seit Jahren ist unser Dorf sehr starker Nachtdauerbeleuchtung ausgesetzt. Dies wird für jedermann sichtbar, der sich nachts unserem Dorf nähert. Permanente Bestrahlung durch Kunstlicht ist schädlich, auch dies belegen Studien. Eine über mehrere Monate laufende Studie der Universität von Exeter, England zeigt deutlich, dass künstliche, nächtliche Beleuchtung Ökosysteme beeinflusse. Der Effekt war beim gelblichrötlichen Licht, das die immer noch häufig eingesetzten Natriumdampflampen abgeben, geringfügig höher als beim weißen Licht moderner LED´s. Die Studie zeige, wie tiefgreifend künstliches Licht Ökosysteme verändern kann.
 
Fazit: Die ökologischen Eingriffe werden nicht unerheblich sein, Es geht nicht um die Ablehnung eines Projekts, aber die Bürgerinnen und Bürger müssen die Entwicklung kritisch begleiten können um eventuelle Fehlentwicklungen zu begegnen zu können und die Möglichkeit haben nachzuweisen, dass der Standort der falsche ist.
Es geht um unser Dorf, um unser Heimat und die Weitergabe dieser Heimat an unsere Kinder.
Es kann nicht sein, dass eine einzige Generation die Weichen derart stellt, dass für nachfolgende Generationen keinerlei Handlungsspielraum in der Entwicklung ihres Umfeldes in dem sie leben mehr möglich ist.






Datum: 04.04.2015 - www.abfr.de

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